Der Spielbericht über das Spiel unserer Herren 40 am Samstag gegen RAWA liest sich wie einer von vielen. OK, es war ein harter Kampf und es endet mit dem knappsten aller Ergebnisse: 5:4. Aber eigentlich doch ein ziemlich normales Medenspiel.
Nur, ist damit wirklich die ganze Geschichte erzählt? NEIN. Das ist sie nicht. Daher ein Sonderbericht. In dem geht es, ob es ihm recht ist oder nicht, um Ralf Reimann. Und zwar gleich in zweifacher Hinsicht:
Zum einen hat er gespielt. "Na und?" mag sich mancher fragen: "Was ist daran so besonders?" Nun, bitte erinnert Euch: Er hat sich im August 2025 (also vor 9 Monaten!) bei einem Unfall auf Mallorca so schwer verletzt, dass er danach mehrfach am Knie operiert werden musste. Monatelang sah ich ihn nur noch bei Vorstandssitzungen und der Mitgliederversammlung - und zwar sichtlich gezeichnet von der Schwere der Verletzung. Es ging dann regelmäßig um die Frage, ob er je wieder spielen kann... Folglich könnt ihr Euch meinen ungläubigen Blick vorstellen, als ich jetzt seinen Namen in diesem Spielbericht las. Also habe ich ihn angeschrieben und gefragt: "Das ist doch ein Fehler im Bericht - bestimmt hat Dein Bruder gespielt!?" Die Antwort kam postwendend: "Ich habe wirklich gespielt, da die Mannschaft sonst nur zu fünft gewesen wäre. Hat auch ganz gut geklappt, bis auf das Laufen..." Man beachte dabei: Er hat nicht nur Einzel, sondern auch Doppel gespielt - und in jedem der vier Sätze nur ein einziges Spiel abgegeben!!!
Wenn man wie ich 50 Jahre Medenpiele im ETUF gespielt hat, hat man sich jede Menge teilweise beschämend geringfügige Gründe angehört, warum ein Kamerad nicht spielen konnte - und damit oft genug die ganze Mannschaft nur zu fünft antreten konnte. JA! Tatsächlich! Medenspiele sind Mannschaftsspiele!! Aber dass sich ein Teamkollege für ein ganz normales Medenspiel nach so langer Verletzung humpelnd und mit beachtlichem Risiko auf den Platz stellt, damit seine Freunde nicht zu fünft antreten müssen und somit das Spiel verlieren werden - ähnliche Vorfälle kann ich in diesen Jahrzehnten an einer Hand abzählen.
Damit nicht genug. Im Anschluss an das Spiel schickt er den Kameraden folgende SMS: "Ihr wart heute ein grandioses Team! Vielen Dank an unsere ETUF Trainer Milko und Daniel, die mit ihrem Siegen maßgeblich zum Erfolg beigetragen haben, genauso wie Maxim mit dem Matchball des Tages. Auch der unerbittliche Kampf von Peter und Stefan in ihren Einzeln und im Doppel, welcher zwar nicht belohnt wurde, aber grandiosen Teamgeist zeigte. Ebenso das Debüt von Jan im Doppel, hier war das immense Potenzial sofort ersichtlich. Alles in allem hat es mir sehr viel Spaß mit euch gemacht, es war eine echt tolle Teamleistung! 💪🏻🎾" Es ist absolut OK, wenn ein Captain sein ganzes Team nach so einem knappen Erfolg auch mal ausdrücklich lobt - alle haben es verdient! Und es total richtig, dass er es würdigt, wenn zwei Trainer, die Tag für Tag 10 Stunden und mehr auf dem Platz stehen, auch noch den halben Samstag opfern, um für uns Medenspiele zu machen - nur so "aus Spass!". Vielen Dank, Milko und Daniel!!!
Nur sich selbst erwähnt er mit keiner Silbe? OK, zumindest eine Schwäche von Ralf kennen wir jetzt doch: Eigenlob gehört also nicht zu seinen Stärken!! Chapeau, Ralf und einen aufrichtigen Dank - nicht nur von Deiner Mannschaft!
AH