Sonntag morgen 9 Uhr vor dem Tennishaus - ein Anblick, den man nur von einzelnen Medenspieltagen kennt: Dutzende von hellwachen Spielern scharren mit den Schuhen. Das 3. LK Turnier auf unserer Anlage. Sie wollen auch deshalb zügig loslegen, weil nachmittags Regen angesagt ist. Keiner hat Lust im Laufe des Tages die glatten Schuhe anzuziehen und in die Halle zu gehen. Wie gut, dass wir so viele Plätze haben! Ich, der ich das erste Mal an einem solchen Turniertag teilnehme, erfahre, dass ich die Auslosung im Netz hätte einsehen können - nur am Wochenende gehört gründliches Lesen von Mails nicht zu meinen Stärken. "Das hättest Du machen sollen. Einige fangen erst um 13 Uhr an!" höre ich. Bitte nicht ich...
Glück gehabt: Ein schlanker, erkennbar fitter Spieler kommt auf mich zu, geschätzt zehn Jahre jünger als ich, und fragt mich, ob ich Andreas heiße - wie er. "Na dann, wir haben Platz 11." Am Ende des Einschlagens haut mir sein erster Aufschlag fast den Schläger aus der Hand. Das kann ja heiter werden! Selbst der zunehmende, böige Wind, der mich beim Ballwurf total nervt, scheint ihn nicht zu stören. Aber, auch wenn ich wie üblich fluche, mir bleibt nicht verborgen, dass seine Vorhand hart, aber etwas unsicher ist - und ganz wichtig, dass sein 2. Aufschlag in starkem Kontrast zum ersten steht. Und meine Stopps kommen - und nerven ihn. Auf einmal gewinne ich die knappen Spiele, und knapp sind sie alle. Der 1. Satz geht unverdient glatt mit 6:3 an mich. Das ist mir fast peinlich, denn Andreas (Lüddeke aus Krefeld) ist nicht nur nett, sondern auch mega-fair. Mehr als einmal korrigiert er zu meinen Gunsten. Chapeau!! Dann folgt zwar mein übliches Tal der Fehler, aber - to cut a long story short - ich gewinne 6:3, 6:4. Das Ergebnis entspricht wahrlich nicht dem Spielverlauf. Die über 90 Minuten Spielzeit spüre ich deutlich, vor allem in der linken Pobacke... Bei der Apfelschorle (SUPER, Karl, dass Du ab 9 Uhr den Container geöffnet hattest!!) erfahre ich, dass seine Tochter unserer Sabine bei den FISU Games und auch den Senior Open geholfen hat - und die ganze Familie total gern im ETUF ist. Eine rundherum gute Erfahrung - mein 1. LK-Turnierspiel!
Kurze Zeit später geht es schon weiter - mein Gegner heißt jetzt Markus Liesen aus Krefeld. Auch er entpuppt sich schnell als richtig nett, allerdings mit einem ernsten Problem für mich: Er kann unseren Sport deutlich besser als ich! Ich gebe mir zwar alle Mühe und halte das Spiel bis 2:2 sogar offen, aber dann: Ein Ausfallschritt und ZACK folgt der Stich in die besagte linke Pobacke. Mist! Das war's dann wohl. Aber wenn ein Gegner extra aus Mönchengladbach anreist, dann gibt man nicht im 5. Spiel auf. Also mache ich weiter, aber jetzt erst recht ohne jede Chance. Als der Schmerz in den Fuß runterwandert, gebe ich kurz vor Schluss sogar auf - ich kann mich nicht erinnern je ein Turnierspiel aufgegeben zu haben... Auich diese Apfelschorle geht auf meinen Deckel. Auch diese jetzt folgende Unterhaltung ist eine total erfreuliche!! Natürlich ist auch er ein Freund unserer Bine (wer nicht?) und ein Fan unserer Anlage! Kurz nach 13 Uhr humpel ich zum Parkplatz - mit zwei schönen Spielen in den Beinen. Aber vorher habe ich mich bei Ufuk Sarmasik für die professionelle Turnierleitung bedankt und bei Karl dafür, dass er da war, leckere Würstchen und erstklassigen Kuchen mitgebracht hat. Vor allem aber freue ich mich darüber, dass aus zwei Turniergegner neue Tennisfreunde geworden sind.
Mein Fazit: Dieses mein 1. LK Turnier war nicht mein letztes!
Jetzt aber schleunigst zu den Resultaten meiner Klubkameraden: Zwar waren immerhin fünf Damen gemeldet, mit teilweise engen, ganz tollen Spielen, aber leider keine aus der Tennisriege. Das sollte sich ändern!! Bei den Herren dagegen waren wir gut vertreten. In der OK gewann Matti Pointner stark seine beiden Spiele, Laurenz Veltkamp, Julian Tognino und Stefen Steiger verbuchten einen Erfolg und eine Niederlage. Steffen Winter und Daniel Wiegott mussten sich zweimal geschlagen geben. Der ETUF Spieler des Tages war aber Jakob Wiemer, der sein Turniergeld wirklich ausnutzte, locker 4 Stunden auf dem Platz stand und in beiden Spielen in den MTB ging. Einmal gewann er (11:9!) und einmal verlor er (12:14!!!!) Was für ein Kämpfer!!! Bei den Herren 50 war außer mir noch Dejan Peshevski dabei, der aber beide Male seinen Gegnern gratulieren durfte. Aber auch wenn ich nicht mit allen gesprochen habe - ich bin ziemlich sicher, dass das nicht nur für mich ein toller Turniertag war.
Mein Tipp an Euch: Seid nächstes Mal (9. August) auch dabei. Es lohnt sich.
AH