Wanderfahrt auf dem Main
Nach den großen Zielen China, Prag und Venedig ging die diesjährige Gemeinschaftswanderfahrt von ETUF und RaB auf heimische Gewässer, nämlich den Main. Vom ETUF waren dabei Claudia Stieglitz-Lenfers, Jan Bernd Lenfers, Ines und Jürgen Thode, Ludwig Schoof, Peter Homey, Claudia Knoblauch und Helmut Janus. Mit Bamberg und Würzburg waren gleich zwei Weltkulturerbe-Städte auf der Strecke. Gleich nach der Ankunft in Bamberg am 13. Juni wurde die Stadt besichtigt und das bierfränkische Starkbier probiert.
Am nächsten Tag gingen zwei Vierer auf die Strecke. Wegen einer Regatta konnten wir nicht durch die historische Schleuse auf der Regnitz und durch die Stadt rudern, sondern mussten auf dem Main-Donau-Kanal starten, der nach zehn Kilometern in den Main mündet. Obwohl der Main eine internationale Wasserstraße ist und über den Main-Donau-Kanal den Rhein mit der Donau verbindet, ist er ein eher malerischer Fluss, der großenteils durch menschenleere Naturlandschaften und nur gelegentlich an kleinen Dörfern und Städten verläuft. Je mehr wir uns Würzburg näherten, fuhren wir durch wunderschöne Weinberge. Der Schiffsverkehr hielt sich in Grenzen, aber jeden Tag mussten wir zwischen zwei und fünf Staustufen überwinden. Fast immer reichte ein Anruf eine halbe Stunde vor Ankunft, und die Schleusenwärter ließen uns gleich in die großen Schifffahrtsschleusen einfahren. Nur einmal in Schweinfurt mussten wir uns nacheinander durch die kleine Bootsschleuse quälen, in die nur ein Vierer passt, was uns mit zusätzlichen technischen Problemen fast zwei Stunden gekostet hat. Nach vier Etappen zwischen 30 und 43 Kilometern gab es einen Tag Pause in Würzburg. Bei einer Stadtführung lernten wir viel über die Stadt und am Dom auch, wie die unbefleckte Empfängnis der Maria zustande kam (siehe Foto). Das Jesuskind rutschte von Gottvater über ein Hörrohr in Marias Ohr, wo eine Taube ihr den heiligen Geist einflößte. Als Abendprogramm gab es Konzerte in der Residenz und im Hofgarten. Im nunmehr erreichten Weinfranken gehörte natürlich auch ein Schoppen im Bürgerspital oder auf der alten Mainbrücke dazu.
In Würzburg trafen wir die Mannschaften der drei RaB-Boote, die am Anfang der Fahrt noch einen weiteren Tag in Bamberg verbracht hatten. Mit fünf Booten ruderten wir gemeinsam die letzten zwei Etappen nach Marktheiidenfeld. Bei fast allen Etappenzielen konnten wir bei Rudervereinen anlegen und die Boote lagern. Überall wurden wir freundlich und hilfsbereit empfangen. Nach drei eher kühlen und windigen Tagen wurde es an den letzten drei Rudertagen richtig heiß. Da wir jeweils früh aufbrachen und geschickte Steuerleute uns am Ufer entlang längere Zeit im Schatten steuerten, ließ sich die Hitze noch ertragen. Am 20. Juni endete die Tour in Marktheidenfeld, wo wir mit allen Teilnehmern ein Abendessen im Biergarten genossen und einige anschließend das Fußballspiel gegen die Elfenbeinküste ansahen. Am Sonntag ging es zurück nach Essen. Mit dem Abladen und Reinigen der Boote ging eine rundum gelungene Wanderfahrt in bester Stimmung zu Ende.