Bon Camino - mit dem Fahrrad auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela.

Bon Camino

mit dem Fahrrad auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela.

Die Puente la Reina.
Die Puente la Reina.

2005 noch im Jahre 2 v. Hape Kerkeling, der „dann ´mal weg war“, beschlossen 3 Tennisfreunde, dem alten Pilgerweg durch Nordspanien nach Santiago de Compostela zu folgen. Der Anlass der Reise war zunächst eher von kulturellem Interesse und sportlicher Herausforderung bestimmt, doch bald nahmen uns die Spiritualität des Weges und die vielen Begegnungen mit den Pilgern gefangen.

Wir begannen die Reise in Pamplona, der Stadt der San Fermines, des Stiertreibens durch die Innenstadt, das Ernest Hemingway so eindringlich in seinem Roman „Fiesta“ beschrieben hat. Auf hügeligem Weg strebten wir Puenta la Reina zu, der Stadt, in der sich die beiden großen Jakobswege aus Navarra und Aragon vereinigen, um gemeinsam als „Camino Frances“, als Französischer Weg, nach Santiago zu führen.

Beeindruckend auf dem weiteren Weg waren die vielen kleinen Städte, in deren Kirchen die prächtigsten Altäre von der tiefen Frömmigkeit der Spanier zeugten, aber auch von der historischen Bedeutung des Jakobsweges in der Vergangenheit.

Ein Höhepunkt war Burgos, die alte Königsstadt, mit der wohl schönsten gotischen Kathedrale Nordspaniens. Das Flair dieser Stadt, die Kommunikationsfreudigkeit seiner Bewohner, die schönen Arkaden und Promenaden haben uns völlig begeistert.

Auf dem Camino nach Hormillos-del-Camino.
Auf dem Camino nach Hormillos-del-Camino.

Danach durchradelten wir in ewigem Auf und Ab die Kornkammer Spaniens, die Meseta — welch Weite, Staub und einsame Dörfer, bevor wir mit Leon eine weitere Königsstadt erleben durften. Vor allem nahm uns die Kathedrale mit den schönsten Kirchenfenstern Spaniens in ihren Bann sowie das alte Pilgerhospital, heute ein Luxus-Parador mit einem wundervollen Kreuzgang, der zu Einkehr und Meditation inspirierte.

Immer weiter führt der Weg nach Westen, immer höher geht es hinauf bis zum Cruz de Ferro, dem Eisenkreuz, am höchsten Punkt des Camino auf über 1500 Meter Höhe.

Danach erreichten wir das grüne Galizien — und der Regen und Nebel begann. Das von Kelten gegründete Pilgerdorf O´Cebreiro, ein absolutes Muss auf dem Pilgerweg, sahen wir nur im Nebel.

Das hügelige Galizien verlangte uns bis zum Ziel Santiago noch einige Mühen ab. Doch welche Freude, als wir mit Pilgern aus aller Welt endlich vor der Kathedrale standen und nach einem Besuch im Pilgerbüro endlich die „Compostela“, die Pilgerurkunde, in unseren Händen hielten.

Hier endete unsere Reise, die zunächst kulturell-sportlich begann und in einem Gefühl erlebter Spiritualität endete. Wer diesen Weg einmal gegangen, gefahren oder geritten ist, den lässt er nicht mehr los. So bin ich inzwischen Dreifach-Täter.

J.B.