Gisela List Ehrenmitglied der Tennisriege

Hauptversammlung einstimmig

Anlässlich der Hauptversammlung der Tennisriege am 19.2.15 wurde Frau Gisela List auf Vorschlag des Vorstands einstimmig von der Mitgliederversammlung zum Ehrenmitglied ernannt. Anbei ein Auszug aus der Würdigung für Frau List, die unser 1. Vorsitzender Andreas Huber hielt: In § 3 der Ehrenordnung des ETUF eV heißt es, dass sich Ehrenmitglieder
- durch außerordentliche Verdienste um den ETUF auszeichnen
- durch sportliche Leistung und charakterliche Haltung besonders herausragen
- wichtige Funktionen innerhalb des ETUF langjährig mit besonderem Erfolg wahrgenommen haben. Gisela List erfüllt alle drei dieser Kriterien in so besonderem Masse, dass ich ehrlich gesagt verblüfft war, als ich erfuhr, dass Ihr nicht schon längst dieser Ehrentitel verliehen worden war. Sie hätte ihn sich wahrlich viel eher verdient als in diesem Jahr, in dem Sie Ihren 80sten Geburtstag feiert. Frau List ist 1950, mit den Eltern von Celle nach Essen verzogen, schon sehr spielstark bei uns eingetreten. „Für motivierte Kinder kommt in der Region nur der ETUF in Frage.“ Sie erinnert sich gut an den legendären Dr. Grisson, 48 Jahre Jugendwart unserer Riege, für den Zucht und Ordnung die oberste Maxime waren, der sehr streng sein konnte, aber „zu mir immer mild gestimmt war“. 1953 kam auch der große Trainer Hans Eckner zum ETUF, für sie – wie für viele andere – ein Glücksfall. Dass sie ein Talent im Tennis spielen war, sah er sofort, also trieb er sie besonders zum Konditionstraining und zum „Laufen, Laufen, laufen“ an! Nach glücklich überstandener Kinderlähmung (damals noch ein Thema!) konnte sie erst 1953 erstmals an den deutschen Jugendmeisterschaften teilnehmen, gewann das Doppel und verlor im Einzel erst im Endspiel. Um in die 1. Damenmannschaft zu kommen, musste sie zunächst diverse Forderungsspiele gewinnen, von den älteren Mannschaftskameradinnen teilweise sehr kritisch beäugt. In den 60er Jahren nahm das Damentennis im ETUF durch die späteren Weltklassespielerinnen Helga Masthoff und Heide Orth einen unerhörten Aufschwung, aber ohne Gisela List und ihre Freundin Steffi Milz, die obendrein ein großartiges Doppel spielten, wäre auch keine der 10 deutschen Meisterschaften gewonnen worden, die die 1. Damen und dann ab 1976 die 1. Seniorinnenmannschaft bis Ende der 80er Jahre gewonnen hat. Ich vermute, dass sie insgesamt um die 20 deutsche Meistertitel errungen hat – und eine der wenigen sein dürfte, die bei den Junioren, Erwachsenen und Seniorinnen deutscher Meister geworden sind. Dazu kamen noch besondere Titel wie die Einzel-EM 1977! Ich selber habe lebendige Erinnerungen an die aktive Zeit dieser besonderen Sportlerin. Ich sehe immer ihren Vater, der sie sehr geprägt hat, an ihrer Seite - in bestem Anzug gekleidet. Sie selbst war für uns Jugendliche eine absolute Respektsperson, aber immer freundlich, immer sportlich, immer fair und nie überheblich oder herablassend. Unvergessen ist mir vor allem ihre Vorhand, immer hoch genommen, ganz gerade und mit ganzen Körpereinsatz! Aber auch als ehrenamtliches Vorstandmitglied hat sie sich sehr für unsere Riege eingesetzt. In den 70er Jahren war sie Pressewartin, machte nebenbei auch noch die lokale Tennis-Berichterstattung für die WAZ, die NRZ und die Ruhrnachrichten. Dazu gehörte auch die PR Arbeit für Großveranstaltungen wie den Daviscup im ETUF oder einige Kings Cup Turniere in der Grugahalle – Gisela List war immer dabei. In den 90er Jahren ist sie hier nochmals kurzfristig als Pressewartin eingesprungen, als der damalige Vorstand sie sehr darum bat. Dem ETUF etwas abschlagen, das wir nicht ihre Sache! Zum Abschluss noch eine Anekdote, die sie mir erzählt hat – und zwar ohne jede Bitterkeit: Bis auf ein paar beitragsfreie Jahre als Mitglied der 1. Damen hat sie nie einen Pfennig für ihr Tennis oder ihre Arbeit im ETUF bekommen. Heute, wo das Amateurtennis schon in niedrigen Spielklassen sehr professionalisiert ist, unvorstellbar! Die Tennisriege kann stolz und dankbar sein, eine großartige Sportsfrau zum Ehrenmitglied zu ernennen – ein Titel, den sie durch ihren fast lebenslangen Einsatz für den ETUF, durch große sportliche Leistungen und viel ehrenamtliches Engagement schon längst verdient gehabt hätte.