Brouwersdam 2006.

Brouwersdam 2006

Es war wieder einmal Himmelfahrt. Normalerweise ist an diesem Wochenende immer schönes Wetter. Doch dieses mal ... na ja!

Dennoch zog nach einer fast schon routinemäßigen, perfekten Organisation unseres Jugendwartes Norbert Otto am Mittwoch vor diesem Wochenende eine Armada vom Baldeneysee in Essen ins Segelzentrum am Grevelinger Meer nach Zeeland.

Alles, was vier Räder und einen Haken hatte bekam einen Bootsanhänger mit auf die Tour und so zählte man die stattliche Zahl von 62 Mitgliedern der Segelriege nebst 28 (!) Booten (Optis, 420er, 470er, Hobby Cat, Kielzugvogel, Laser, Forelle, Motorboote).

Untergebracht waren wir wieder gut in Mehrbettzimmern in und um das Segelzentrum herum, welches uns sehr freundlich aufnahm, gut verköstigte und uns einlud, im nächsten Jahr wieder zu kommen.

Auch unseren Booten ging es gut. Es waren ausreichend Stegplätze für die großen Boote vorhanden. Die Optis lagen auf einer großen Wiese und die Slipanlage, na ja... sie war halt zu gebrauchen. Und wenn man halt den Kielzugvogel nicht per Slip oder Kran ins Wasser bekommt, dann hilft die Muskelkraft der Mitglieder. So ein Boot kann auch geschultert werden.

Unsere Trainer Meike, Martin und Markus waren besonders motiviert. Martin und Markus nahmen das Training besonders erst und jagten bei Wind und Wetter die 420er-Jugend noch vor dem Frühstück hinaus zum Fitness-Check mit Jogging und Stretching, sprich altdeutsch Dauerlauf und Dehnübungen. Der Verfasser ist froh, der Kielzugvogel- und Jungseniorensparte angehört zu haben und während dieser frühen Zeit noch den Schlafsack füllen zu dürfen. Nur ein gut durchtrainierter Segler ist ein guter Segler. Ein Ausgeschlafener übrigens auch.

Nach einem kräftigen Frühstück wurden die Boote verteilt und die Optis aufgebaut. Meike kümmerte sich um die Opti C Kinder, Markus um die Opti B Kinder und Martin relaxte sich mit der 420er Jugend.

Leider war, wie anfangs erwähnt, das Wetter nicht gut. Obwohl wir Eltern oft genug mit Rasmus Zwiegespräche geführt hatten und mit Opfern, meist flüssiger Natur, um guten Wind und glatte See baten, gab es meistens Windstärke 4, in Böen 5 aus Südwest, mit einem halten Meter Schwell. Ideal für die großen, doch so manches Optikind strich die Segel und fuhr lieber mit dem Motorboot des Trainers mit. Dabei kann man halt auch vieles lernen, zumindest die Theorie. Aber es war für alle Kinder eine Erfahrung, neben Drehwinden bei Windstärke 1-2 am Essener Revier auch einmal die Rauhen des Grevelinger Meeres zu erleben.

Kalt war es und nass. Nicht nur von unten. Da kam es auch einmal gut an, einen Regentag zum Shopping in Renesse zu nutzen, um eventuelles Regenoutfit zu erweitern.

Den Großen machte der Regen nichts. Man lag ja sowieso genug im Wasser, denn nur wenn der Rumpf singt, der Block auf Block ist (Heinz) und die Deckshoes unseres Jugendwartes ein so nasse, glischiges Leder aufweisen, dass darauf befindliche Algen nicht mehr wissen, ob sie über oder im Wasser sind, dann - oh Rasmus - ist Segeln dich schön!

Wann sitzt man schon mal mit sieben Segelfreunden auf einer Forelle (Alujolle, nicht Müllerinnen Art) und spielt als Vorschoter den Wellenbrecher? Wann verliert man schon mal beim Schnack mit anderen seine Ehefrau per "Mann über Bord Manöver"“? Wann gibt es zwei Bootstaufen an einem Tag und wann sieht man so viele glückliche, aber nasse Kinder mit strahlenden Augen wie hier in Brouwersdam. Man muss sich nur die Bilder auf der ETUF-Seite im Internet ansehen, um zu fühlen, welche Stimmung in Zeeland herrschte.

Aus der Idee einer kleinen Gruppe von Segelfreunden des ETUF erwächst eine feste Institution. Die Seemannschaft stimmt. Das "Wir-Gefühl" verbindet Kinder, Jugend und Spätjugend.

Trotz schlechtem Wetters, diese Mal machte wieder Lust auf (Grevelinger -) Meer.

H. B.