12.04.2007 - Plan A und B am Eder­see

Auch in diesem Jahr zog es 14 Kinderruderer mit den Betreuern Charlotte, Tekin, Hendrik und Markus (im Wechsel) und Goofy wieder eine Woche zum Trainingslager in die…

Auch in die­sem Jahr zog es 14 Kin­der­ru­de­rer mit den Be­treu­ern Char­lot­te, Tekin, Hen­drik und Mar­kus (im Wech­sel) und Goofy wie­der eine Woche zum Trai­nings­la­ger in die Ju­gend­her­ber­ge „Hohe Fahrt“ am Eder­see. Wir Übungs­lei­ter stel­len uns ein Trai­nings­la­ger ja immer so schön vor = Plan A: Sonne, blau­er Him­mel, kein Wind, arsch­glat­tes Was­ser, an­ge­neh­me Tem­pe­ra­tu­ren und das Volk ru­dert darob ohne zu mur­ren und zu knur­ren von mor­gens bis abends. Daher neh­men die meis­ten Übungs­lei­ter ja auch nur Boote mit und sonst nichts außer einem Mo­tor­boot und hof­fen auf Pe­trus. Der spielt aus Er­fah­rung lei­der nur sel­ten mit und daher haben die ETUF-Übungs­lei­ter auch die­ses Jahr wie­der reich­lich ru­der­frem­des Ma­te­ri­al mit­ge­nom­men = Plan B: einen gan­zen Hän­ger mit Fahr­rä­dern und Er­go­me­tern, Han­teln aller Art, Sand­sä­cke und Seil­chen - und na­tür­lich ein Mobo. Dank an die El­tern, die die di­ver­sen Hän­ger durch die Ge­gend kut­schiert haben, nebst Goofy, der den Boots­hän­ger die 240 Km von Tür zu Tür in drei Stun­den durch­ge­prü­gelt hat. Und was sagte Pe­trus die­ses Jahr? Der hatte ein ganz per­fi­des Spiel sich aus­ge­dacht: zwar kein Regen und Su­per­wet­ter drei Tage lang, aber dann zwei Tage nur noch sau­kal­ter Wind und dann wie­der Sonne bei Mi­nus­gra­den am Mor­gen aber wenig Wind am letz­ten Tag. Drei­mal muss­ten wir wegen star­ken Win­des und ei­si­ger Kälte, bei der die Hände der armen Kin­der nun gar nicht mehr warm wur­den, das Ru­dern zu­guns­ten des Land­trai­nings (s. Ma­te­ri­al­ein­satz) aus­fal­len las­sen. Aber er­käl­tet hat sich nie­mand, das lag be­stimmt an den Kneipp­kuren, die re­gel­mä­ßig zwei­mal täg­lich auf dem Plan stan­den. Kneipp­kuren haben nach­weis­lich po­si­ti­ven Ein­fluss auf das Im­mun­sys­tem und das Herz-Kreis­lauf-Sys­tem. Und so stie­gen die ETUF-Kin­der völ­lig un­ge­rührt auch in An­be­tracht der Was­ser­tem­pe­ra­tu­ren knapp über 0° C in die Flu­ten, um schnell und be­quem in die Boote zu­stei­gen bzw. wie­der her­aus. Ja, die meis­ten zogen bei der Wahl zwi­schen Steg und Was­ser­ein­stieg das letz­te­re vor mit der Be­grün­dung, es sei be­que­mer (in der Tat ist der Ein­stieg vom fla­chen Ufer­ge­wäs­ser er­heb­lich be­que­mer als von einem Steg) und „macht mehr Spaß“ (O-Ton). Der ge­neig­te Leser wun­dert sich viel­leicht, aber ihm sei ver­si­chert, die Füße wer­den zwar zu­nächst schock­ge­fro­ren, aber nach An­zie­hen der So­cken im Boot bzw. wie­der an Land sind die Füße so­fort wie­der warm, wär­mer als zuvor! Und man­che Kin­der zogen im Boot gar nicht erst die So­cken an, weil ihre Füße warm genug blie­ben… und das bei Tem­pe­ra­tu­ren knapp über Null. Er­wähnt wer­den muss noch, dass die War­te­zei­ten am Steg re­kord­ver­däch­tig waren: 10 Ver­ei­ne mit 8 vol­len Boots­hän­gern und 175 Ru­de­rern tra­ten sich ge­gen­sei­tig am Steg auf die Füße bzw. die Beine in den Bauch oder saßen sich den Hin­tern platt auf dem Was­ser in der War­te­schlei­fe vor dem An­le­gen, wäh­rend un­se­re Kin­der ´schwupp­di­wupp´ in we­ni­ger als der Hälf­te der Zeit, die sie am ETUF-Steg nor­ma­ler­wei­se be­nö­ti­gen, alle auf dem Was­ser schwam­men. Die Er­näh­rung: die Ju­gend­her­ber­ge Hohe Fahrt hat zwar 230 Bet­ten, aber hat nur 175 Ru­de­rer auf­ge­nom­men, weil die Ka­pa­zi­tät der Küche mit die­ser Teil­neh­mer­zahl an ihre Gren­zen stößt: Ru­de­rer (fr)essen er­heb­lich grö­ße­re Men­gen als die sonst üb­li­che Kli­en­tel einer Jun­gen­d­her­ber­ge! Wir schät­zen das hier ein­mal grob ab für un­se­re Kin­der: an­ge­nom­me­nes Kör­per­ge­wicht unter 50 Kg er­gibt für ein nor­ma­les Aus­dau­er­trai­ning ca. 400 - 450 kcal pro Stun­de x 4 Stun­den pro Tag = > 1600 kcal zu­sätz­lich zum Grund­um­satz von 1200 kcal + ei­ni­ge 100 kcal für sons­ti­ges Her­um­to­ben. Täg­lich. Alles klar? Das arme Kü­chen­per­so­nal, wenn man be­denkt, die Masse der Ru­de­rer in der JHB Eder­see wiegt ei­ni­ges mehr als 50 Kg und trai­niert här­ter und mehr als un­se­re Kin­der. Apro­pos Ver­pfle­gung: wir Übungs­lei­ter müs­sen uns für 2008 mal mit den El­tern zu­sam­men­set­zen, was den Kon­sum von Sü­ßig­kei­ten und Junk­food spe­zi­ell der meis­ten Jun­gen an­be­langt: deren Kon­sum war um­ge­kehrt pro­por­tio­nal zu der Auf­nah­me des re­gu­lä­ren - ab­wech­se­lungs­rei­chen und le­cke­ren - Es­sens der Jun­gen­d­her­ber­ge! Lei­der war die Zahl der Kin­der die­ses Jahr ge­rin­ger als 2006, weil im­mer­hin der Über­gang von über einem Dut­zend der „üb­li­chen Ver­däch­ti­gen“ in die Trai­nings­grup­pe von Kampi zu ver­kraf­ten war und zu­sätz­lich 5 Kin­der ihre ur­sprüng­li­che Zu­sa­ge wie­der rück­gän­gig mach­ten. So blieb die Ge­samt­zahl in­klu­si­ve Übungs­lei­tern unter 20 Teil­neh­mern, somit wurde der Jun­gen­d­her­bergspreis höher als ge­plant. Ba­de­meis­ter hat­ten wir die­ses Jahr zwei, der eine wurde so­fort vom Mobo auf­ge­fischt, die an­de­re ken­ter­te di­rekt am Steg beim An­le­gen, weil eine Dolle auf­sprang - der Kopf blieb sogar tro­cken. In An­be­tracht der Tat­sa­che, dass die Kin­der zum ers­ten Mal seit Ok­to­ber wie­der in den Einer stie­gen, eine er­staun­lich ge­rin­ge Zahl an Ken­te­run­gen. An­sons­ten wur­den alle Boots­gat­tun­gen vom Einer bis Vie­rer in den un­ter­schied­lichs­ten Be­set­zun­gen ge­ru­dert ge­treu dem Motto: in einem Ver­ein soll­te jeder mit jedem pro­blem­los ohne gro­ßes la­men­tie­ren ru­dern kön­nen. Trai­niert wurde nach dem Prin­zip des „ver­teil­ten Ler­nens“, soll hei­ßen, lie­ber 4 x 1 Stun­de mit je­weils an­de­ren Schwer­punk­ten und Boo­ten netto als 2 x 90 Mi­nu­ten brut­to ru­dern. Ab und an statt ru­dern Rad fah­ren oder Han­teln oder Fuß­ball, so blieb es kurz­wei­lig und nie­mand fühl­te sich über­las­tet. Und ab dem zwei­ten Abend war bei den Jungs um 22,00 Uhr Licht aus und Ruhe!!! Die vier Mäd­chen waren da etwas mun­te­rer… An­zu­mer­ken ist noch, dass wir noch nie mit einer so jun­gen Trup­pe im Trai­nings­la­ger waren, das Durch­schnitts­al­ter lag bei etwa 12,5 Jah­ren. Was bleibt sonst noch zu ver­mel­den? Der Boots­wart Chris­ti­an Söhn­gen wird es mit Freu­de ver­neh­men: tutto kom­plet­to, nix ka­put­to! P.S. Gros­sen Dank an Goofy (Joa­chim Ehrig), der sich ja nicht nur um die Trai­nings-Kin­der küm­mert, son­dern auch noch den Be­richt über die Trai­nings­wo­che selbst schreibt! Auf dem Bild sieht man ihn we­ni­ge Tage spä­ter be­reits wie­der mit ru­der­in­ter­es­sier­ten Kin­dern am ETUF-Steg im Boot sit­zen, um sie für den Ru­der­sport zu be­geis­tern.

Zu­rück