Berliner HC für unsere Damen eine Nummer zu stark

Berliner HC - ETUF Essen 12:3 (7:1): Da biss die Maus keinen Faden ab: der Berliner HC hat unseren 1. Damen keine Chance gelassen und ist völlig verdient ins Halbfinale eingezogen. Sicherlich waren die Vorzeichen nicht günstig, denn mit Aline Höcker (Spielsperre wegen roter Karte) und Barbara Hopmann (Verletzung) fehlten in der Abwehr zwei wichtige Spielerinnen, aber auch mit ihnen wäre Berlin die bessere Mannschaft gewesen. Die Damen des BHC verstanden es durch ihre offensive Deckung, den ETUF-Spielaufbau besonders in der ersten Halbzeit zu unterbinden. Die ballführende Spielerin wurde sofort attackiert, wobei die Berlinerinnen auch ihren Körper geschickt einzusetzen wussten. Sobald ein Ball nicht sauber gestoppt werden konnte, wurde gedoppelt. Das führte nicht nur zu Ballverlusten, der BHC schaltete auch viel schneller um und brachte die Kugel immer wieder gefährlich in den Essener Schusskreis, was meistens in Strafecken endete. Und hier zeigte sich eine weitere Stärke des BHC. Von acht Strafecken versenkte der BHC sieben. Bereits nach sechs Minuten lag ETUF nach Toren von Keller, Brockmann und Otte mit 3:0 hinten. Nach schöner Vorarbeit von Janine Beermann über die rechte Seite konnte Dinah Grote zwar den Anschlusstreffer erzielen, aber dass sollte das einzige Essener bis zur Pause bleiben, während BHC durch einen Doppelschlag von Franziska Stern und Treffer von Brockmann und Laudahn auf 7:1 erhöhte. Nach der Pause kam ETUF zwar etwas besser mit der „offensiven Defensive“ des BHC zurecht und Janine Beermann konnte kurz nach dem Anpfiff auf 7:2 verkürzen, aber dann zog BHC auf 11:2 davon (Treffer von Hapke, Brockmann, Otte und Müller). In der 58. Minute konnte dann Janine Beermann eine (von insgesamt drei) Strafecken verwandeln. Quasi mit dem Abpfiff erzielte Natascha nach Strafecke den 12:3 Endstand. Natürlich waren unsere Damen nach dem Spielende enttäuscht, aber trotzdem von dieser Seite Gratulation zu einem tollen Jahr 2011. Aufstieg in die 1. Bundesliga Feld, Qualifikation zum Viertelfinale und damit eine der besten acht Hallenmannschaften der Saison, das ist aller Ehren wert. Zum Schluss noch eine kurze Anmerkung: Es handelte sich bei dem Spiel nicht um irgendein Ligaspiel, sondern es war ein Viertelfinale zur Deutschen Meisterschaft. Spielerinnen und Fans waren ein paar hundert Kilometer angereist, was sowohl Zeit als auch Geld kostete und für die meisten unserer Spielerinnen war es die erste Teilnahme an einem Viertelfinale. Da war es einfach schade, wenn der Sprecher bei der Mannschaftsvorstellung die Namen der Gast(!)mannschaft in 30 Sekunden herunternuschelte und die Spielerinnen keine Gelegenheit hatten, ihre Fans zu begrüßen und von ihnen begrüßt zu werden, während das bei der Heimmannschaft in extenso zelebriert wurde. Wie schon gesagt, wir reden von einem offiziellen DHB-Viertelfinale. Eine sportlich so starke Mannschaft wie der BHC hat so ein Verhalten eigentlich nicht nötig, aber vielleicht war es auch einfach die Kinderstube des Sprechers. Und die hat man, oder eben nicht.