Bericht von Cedrik Gursch bei der MU16 DM in Aachen
Ich hab schon für DHB-Events ganz schöne Strecken auf mich genommen. Ob nach Hamburg, München, Ludwigsburg oder Tuttlingen und das Ganze natürlich auch mit den altbekannten Problemen die eine Anreise mit der deutschen Bahn immer entstehen können. Daher war es eine ganz schöne Abwechslung, dass die deutsche Meisterschaft der Mu16 dieses Jahr in Aachen stattfand, was für mich die kürzeste Anreise dieser Saison bedeutete.
Wir Schiedsrichter kannten uns bereits aus verschiedenen Maßnahmen, wie dem vor wenigen Wochen stattgefundenen Herbstpokal. Daher fiel ein Kennenlernen weg und wir machten uns, nachdem wir uns im Hotel eingefunden hatten, zusammen mit Turnierleiter Marcel Schmitz, auf den Weg zum Essen. Dort stieß dann auch Christian Siebrecht dazu. Der Finalschiedsrichter der olympischen Spiele 2000 in Sydney fungierte dieses Wochenende als unser Beobachter und nachdem er die Ansetzungen für den kommenden Tag verkündete, begaben wir uns wieder ins Hotel.
Nach einem guten Frühstück am Samstag ging auf die Anlage des westlichsten Hockeyvereins Deutschlands. Dort angekommen erwarteten uns 8 Grad, Sturmböen und Regen. Bei dem Wetter dürften sich die drei Hamburger Mannschaften deutlich heimischer gefühlt haben als die Spieler des Uhlenhorst Mülheim, deren Klub geographisch am nächsten liegt. Im ersten Spiel der Endrunde, HTC Uhlenhorst Mülheim gegen den Klipper THC waren Jonas Pacyna und Ben Buchbach an der Pfeife aktiv. Daher nutzte ich die Zeit um mich mit Simon Taubert, meinem Kollegen fürs nächste Spiel, auf eben jenes vorzubereiten. Neben dem üblichen Absprachen, nutzten wir auch Szenen die sich im ersten Spiel ergaben, um an Hand dieser zu besprechen wir in vergleichbaren Situationen handeln wollten. Diese frühzeitig Absprache sollte sich noch auszahlen, da sich im ersten Spiel Uhlenhorst erst im Shoot Out durchsetzen konnte und mein Kollege als dritter Schiedsrichter aktive werden musste, blieben uns zwischen den beiden Spielen lediglich zehn Minuten.
Unser Spiel war dann das Hamburger Derby zwischen dem Harvestehuder THC und Uhlenhorster HC. Die Duelle in der Hamburger Liga waren jeweils für den HTHC ausgegangen, davon war aberin diesem Spiel nichts zu sehen. Nach spannenden und ausgeglichenen 60 Minuten sah es trotzdem so aus als könnte der HTHC das Finalticket lösen. Doch die Uhlenhorster konnten per Schlussstrafecke zum 3:3 ausgleichen und damit hieß es auch im zweiten Halbfinale Shoot Out, welches ich als Hauptschiedsrichter leitete. Glücklicherweise gab es in diesem keine strittigen Szenen und der HTHC setzte sich schlussendlich durch.
Nach einer heißen Dusche im Hotel gab es dann das Feedbackgespräch mit dem Beobachter. Anschließend hätte eigentlich eine Führung im Aachener Dom angestanden, diese fiel allerdings auf Grund des Wetters aus. Der dadurch frei gewordene Nachmittag wurde dann dazu genutzt, um zum Werksverkauf von Lindt zu fahren und sich mit Süßigkeiten einzudecken. Am Abend ging es zum Restaurant zum Abendessen. Bei diesem wurden dann auch die Ansetzungen für den nächsten Tag verkündet. Ich durfte das Finale mit Jonas Pacyna leiten.
Am Sonntag hatte sich das Wetter dann ein wenig gebessert. Zwar blieben die Temperaturen einstellig und auch der Wind wurde nicht weniger, jedoch blieben wir dieses Mal vom Regen verschont. Auch am Sonntag stellte sich der Zeitplan sehr eng gesteckt heraus. Nachdem das Spiel um Platz 3 6:6 ausging, hätte zwar eigentlich ein weiteres Shoot Out angestanden. Allerdings hatte besagtes Spiel um 11 Uhr begonnen, hatte schon eine Stunde und 45 gedauert und das Finale sollte bereits um 13 starten. Deswegen entscheiden sich die Trainer in Absprache mit der Turnierleitung dazu, den dritten Platz zu teilen und das Finale 15 Minuten nach hinten zu verlegen.
Bevor das Finale dann starten konnte, wurde wie auf jeder Deutschen Meisterschaft die
Nationalhymne gespielt. Nachdem die Formalitäten abgeschlossen waren, konnte das Spiel beginnen. Es entwickelte sich, nach verhaltenem Beginn, ein ausgeglichenes Finale auf sehr hohem spielerischen Niveau, was durch einen sehenswerten Treffer mit 1:0 für Uhlenhorst Mülheim in die Pause ging.
In der zweiten Hälfte drängte der HTHC auf den Ausgleich, obwohl auch Uhlenhorst weiter Chancen auf Tore hatte. Unser Linie, die auf viel Kommunikation setzte, funktionierte gut und so konnten wir trotz einiger kniffliger Situation, mit nur einer grünen Karte wegen einem taktischen Foul auskommen. In der letzten Minute hatte HTHC gleich mehrere Strafecken um doch noch den Ausgleich zu erzielen, doch konnten keine ihrer Chancen nutzen. Somit verteidigt Uhlenhorst Mülheim ihren Titel aus dem Vorjahr, in einem Spiel was 1:0 endet, aber mehr Tore verdient gehabt hätte.
Unsere Spielleitung wurde nicht nur vom Beobachter, sondern auch von beiden Trainern, gelobt. Einen besseren Ausgang kann man sich aus Schiedsrichter in einem so knappen Spiel nicht wünschen. Bei einer Mu16 Meisterschaft kann man in die Bundesliga hochgestuft werden und Christian Siebrecht enthüllte die positive Nachricht, dass alle Schiedsrichter diese Hochstufung erhalten werden.
An dieser Stelle noch einmal Glückwunsch an meine Kollegen Simon Taubert, Jonas Pacyna und Ben Buchbach für ihre Hochstufungen, sowie dem HTC Uhlenhorst Mülheim zum Titel der Deutschen Meisterschaft! Einen besonderen Dank möchte ich auch an die Turnierleiter Marcel Schmitz, Stefan Ehrenberg und Christoph Adler, sowie unserem Beobachter Christian Siebrecht aussprechen und auch dem Aachener HC für die sehr gelungene Ausrichtung danken.