Willy Schniewind Mannschaftspreis oder - Die Unabsteigbaren, Episode III

„I look into their eyes, shake their hand, pat their back, and wish them luck, but I am thinking, ´I am going to bury you´.“ Severiano Ballesteros Das Lochsp…

„I look into their eyes, shake their hand, pat their back, and wish them luck, but I am thinking, ´I am going to bury you´.“

Severiano Ballesteros

Das Lochspiel ist eine Spielform im Golf, die bis zur Einführung des Zählspiels im Jahr 1759 die einzige Spielform war (Wikipedia). Das Lochspiel ist die Urform des sportlichen Vergleichs im Golf. Mann gegen Mann; oder beim Willy-Schniewind-Mannschaftspreis auch Mann gegen Frau oder Frau gegen Frau. Diese Urform des sportlichen Vergleichs liegt den Clubmannschaften des Etuf seit Jahren offensichtlich ganz besonders. So hatten alle Spieler schon auf der Fahrt zum GC Marienfeld bei Gütersloh, wo am Wochenende des 06. Und 07. Juni der Willy-Schniewind-Mannschaftspreis ausgetragen wurde, das Bild des letztjährigen Klassenerhalts im Kopf, der am zweiten Extraloch im Stechen durch Konstantin Nellessen gesichert worden war, was zu einer wahren Jubelarie geführt hatte. Hatte der Trainer im Vorjahr noch die Kräfteverhältnisse so dargestellt, als würden wir mit Pfeil und Bogen auf Panzer schießen, wurden uns jedenfalls von dort aus für dieses Jahr etwas realistischere Chancen eingeräumt. Freilich stellte sich die Aufgabe trotzdem wiederum als große Herausforderung dar, belief sich der Handicapschnitt unserer Mannschaft auf ca. 6, hingegen derer der Gegner auf maximal 2. Fast jede der anderen Mannschaften verfügte gleich über mehrere Spieler mit Plus-Handicaps. Wenn das Lochspiel die Urform des sportlichen Vergleichs ist, wer hat eigentlich das Zählspiel erfunden? Naja, wenn das 1759 war, ist der wohl schon tot. Besser so! Ich spare mir hier Erklärungsversuche und beschränke mich darauf, den Dauerbrenner des Etuf, Matthias Spiegel zu huldigen. Ja, huldigen. In dem ganzen Starterfeld mit Plus-Handicaps, Jungspunden und Hochmotivierten hat er es wieder geschafft, mit vier über Par die beste Runde des gesamten Feldes zu spielen. Gut Golfspielen zu können ist das Eine. Sein volles Leistungspotential immer wieder im entscheidenden Moment abrufen zu können, stellt wahre Größe dar. Hut ab, Herr Spiegel. Aber auch die anderen haben zumindest gekämpft, so dass es uns erneut gelungen ist, den Vormittag als Fünfter zu beenden und nicht gegen die drittplatzierte, sondern die viertplatzierte Mannschaft am Nachmittag anzutreten. Auf den vierten Platz hatte sich die Mannschaft vom GC Gelstern gespielt. Gestartet wurde jeweils in drei Flights hintereinander von der 1 und von der 10. Nervös, aber bis in die Haarspitzen motiviert wanderten die Blicke über die Gesichter der Gegner. Nach und nach fanden sich die Duelle und los ging´s. Vorne spielten für uns Bastian Brandau und Niclas Janus. Die beiden waren am Vormittag geschont worden und sollten vorne die Punkte machen, um eine frühe Führung herbeizuführen. Der Plan ging nur teilweise auf. Während Niclas sein Spiel schnell gewinnen konnte, verlor Basti seines ebenso schnell. 1 zu 1. Doch nach der Erfahrung des Stechens im Vorjahr, wollten wir es diesmal nicht ganz so spannend machen. In den vier anderen Matches lagen Matthias Spiegel, Bernd Brandau, Jochen Settelmayer und Matthias Klein vorne. Zuerst konnte Matthias Spiegel auf der Grundlage seiner starken Vormittagsleistung den Punkt sichern. 2 zu 1 für uns. Und dann der finale Stoß. Fast zeitgleich gewannen Bernd Brandau und Matthias Klein ihre Spiele. 4 zu 1. Gewonnen! Jochen Settelmayer teilte sein Spiel zum am Ende deutlichen 4 ½ zu 1 ½. Die Erkenntnis des Wochenendes ist wieder einmal, dass Golf doch ein Mannschaftssport sein kann und die „Mannschaft“ für uns, die Spieler des Etuf, eine überragende Rolle spielt. Auch wenn im Zählspiel nicht alle ihr volles Leistungspotential abrufen konnten, ist der Kampfwille jedes Einzelnen als Teil der Mannschaft überwältigend. Mein Dank gilt insbesondere dem ganzen Kader und den Spielern, die nicht „spielend“ zum Einsatz gekommen sind. An Loch 13 meiner Lochspielrunde wurde ich vom Trainer, von Ole Hansen und von Patrick Brinkmann begleitet und habe schon dort festgestellt, dass es ein gutes Gefühl ist, dass wir eine große Gemeinschaft sind und auch Spieler, die nicht zum Einsatz kommen, dabei sind und dazugehören. So lebt er weiter und nährt sich, der Mythos von den Unabsteigbaren. Matthias Klein