Deutsche Mannschafts-Meisterschaft Herren 2009 - Landesliga West 2

Diese DMM war für unsere Clubmannschaft spannend wie ein Krimi. Mehr noch: Sie artete in ein Spektakel aus. Nie waren Tragik und Glück näher beisammen. Doch der …

Diese DMM war für unsere Clubmannschaft spannend wie ein Krimi. Mehr noch: Sie artete in ein Spektakel aus. Nie waren Tragik und Glück näher beisammen. Doch der Reihe nach. Vom 16. bis zum 17. Mai fand im GC Wasserschloss Westerwinkel für unsere Mannen die DMM 2009 statt. Mit ihr in einer Liga: GC Castrop-Rauxel, GC Schloss Westerholt, GC Schwarze Heide Bottrop-Kirchhellen, GC Haus Leythe, GC Unna-Fröndenberg, GC Heidhausen und GC Schloss Moyland. Westerwinkel hatte sich glänzend auf diese DMM vorbereitet. Der Platz (Standard 72) ließ keine Beanstandungen zu. Da bereits etliche Proberunden absolviert waren, kann man getrost von einer gründlichen Vorbereitung sprechen. Mit Akribie ging man die Aufgabe an. Diana Chudzinski, seit vielen Jahren die Trainerin der Clubmannschaft, überließ nichts dem Zufall. Sie hatte den Platz sogar persönlich vermessen. Taktik, Nominierung der Mannschaft und das Zusammenstellen der Vierer wurden mehrmals im Vorfeld beraten und besprochen. Konstantin Nellessen, zur Zeit im Rahmen seiner beruflichen Ausbildung in Schottland, ließ es sich nicht nehmen, eigens für diese DMM einzufliegen. Noch Fragen? Der Samstag begann früh mit dem Klassischen Vierer als Zählspiel. Nach 18 Löchern hatten sich Brinkmann/K. Nellessen (8 Schläge über CR), Rubin/Klein (10), Spiegel/M. Nellessen (10) und Janus/Settelmayer (14) an die 1. Stelle gesetzt. Es folgte das Einzel als Zählspiel. Noch einmal 18 Löcher Konzentration und Anspannung pur. Die Beurteilung und Bewertung der riesigen physischen Beanspruchung überlassen wir dem geneigten Leser selbst. Nach den Einzeln, in denen Spiegel mit 5 Schlägen über CR signalisierte, dass er zu alter Form zurückgefunden hat und Rubin mit 7 Schlägen nahtlos an sehr gute Leistungen anknüpfen konnte, belegten wir einen unglücklichen 6. Rang. Der guten Ordnung halbe sei noch berichtet, dass Klein 12 Schläge, K. Nellessen 13, M. Nellessen 14, Brinkmann 14, Janus 15 und Settelmayer 17 Schläge über CR spielten. Wir hatten mit schlappen 16 Schlägen die Aufstiegsrunde verpasst und mussten statt dessen am Sonntag gegen den Abstieg aus der Landesliga spielen. Damit nicht genug. Als unser Gegner wurde der 7. Rang, nämlich der GC Heidhausen ausgerufen. Da hatten wir das, was wir alle gerne vermieden hätten. Gegen den Abstieg zu spielen ist eine Sache. Aber gegen die Freunde aus Heidhausen……….das war schon heftig. Die Stimmung war gedrückt. Erschwerend kam hinzu, dass die Mannschaft von Heidhausen dasselbe Hotel gebucht hatte. Wir saßen im Speiseraum vis-a-vis. Die Stimmung war angespannt. Jeder war sich bewusst, worum es am nächsten Tag gehen würde. Wo ansonsten nach einem anstrengenden Tag mächtig hingelangt wurde, stocherte man nervös in seinem Essen. Auch ein prächtig gezapftes Pils fand nicht das große Interesse. Das größte Problem war, die Freunde aus Heidhausen als Gegner anzusehen. Doch wir waren in der Lage, zu differenzieren. Wir wollten unbedingt den sportlichen Erfolg. Und das ist, verdammt noch mal, legitim. So war am Morgen des Sonntag jeder auf sein Match konzentriert. Die Vierer-Paarungen waren genannt. Das Lochwettspiel konnte beginnen. Nach dem Vierer stand es 2 zu 2. Remis. Brinkmann/K. Nellessen und Janus/Settelmayer sorgten für die beiden Punkte. Die Einzel als Lochwettspiel mussten die Entscheidung bringen. Und noch einmal ging es auf 18 Löcher. Danach waren es an diesen beiden Tagen immerhin 72 Löcher. Kein Professional würde sich dafür hergeben. Aber von den Amateuren wird es verlangt! Nach intensiven Einzelgesprächen zwischen Diana Chudzinski und der Mannschaft war klar. Die Männer geben alles! Konstantin Nellessen siegte gegen Stefan Scheel mit 4 auf 3. Patrick Brinkmann verlor mit 7 auf 6 gegen Roland Liermann. Raphael Rubin besiegte Herbert Loerke mit 1 auf 0. Niclas Janus besiegte Willi Bethan mit 2 auf 1. Matthias Klein besiegte Nils Jäger mit 6 auf 5. Jochen Settelmayer unterlag Gin-Yuong Jeong mit 4 auf 2. Maximilian Nellessen gewann gegen Tim Ochsenfarth mit 7 auf 6 und Matthias Spiegel und Jan Ochsenfarth trennten sich unentschieden. Somit gewannen wir mit 7,5 zu 4,5 gegen Heidhausen und verbleiben in der Landesliga West. Überglücklich trat man den Heimweg an, um im ETUF den strapazierten Nerven Gutes zu tun. In welcher Form auch immer. Die Mannschaft hatte es sich verdient. Besonders verdient gemacht hatte sich auch Diana Chudzinski, die Trainerin. Sie war das ganze Wochenende bei der Mannschaft, hat etliche Kilometer zurückgelegt und motiviert, wo immer Motivation angesagt war. Konstantin Nellessen, der eigens aus Schottland angereist war, hat damit gezeigt, was eine Mannschaft auszeichnet. Aber auch Niclas Janus, der Youngster, hat sich mehr als achtbar geschlagen. Und Jochen Settelmayer, der mit seiner Routine aus vielen Jahren Bundesliga-Tennis ein wertvoller Eckpfeiler der Mannschaft geworden ist. Alle haben sie aufopferungsvoll gekämpft und sich prächtig geschlagen. Doch auch der Tross am Rande der Fairways hat sich verdient gemacht. Vorneweg Reinhold Götte, der seit Jahren die Mannschaft von morgens bis abends mit bester Rundenverpflegung versorgt. Aus eigener Tasche! Und der erweiterte Kader, die Ersatzspieler Helmut Zemke und Bernd Brandau. Sie waren immer einsatzbereit und haben sich stets in den Dienst der Mannschaft gestellt. Dank auch an die Caddys. Ohne sie 72 Löcher an zwei Tagen…..? Undenkbar. Dank an Wolfgang Rubin, Bernd Wensing, Georg Bergerfurth, Bastian Brandau, Ole Hansen und einige mehr. Während wir im nächsten Jahr wiederum in der Landesliga mit anderen um Auf- oder Abstieg spielen, hat es Heidhausen leider erwischt. So glücklich wir über unseren Klassenerhalt sind, so traurig sind wir, dass gerade wir ihnen den Abstieg besorgt haben. Wir hätten gerne im nächsten Jahr wieder gegen sie gespielt. Aber dann um den Aufstieg. Wir werden Freunde bleiben! Da beißt die Maus keinen Faden ab. Zu eng sind wir beieinander. Zu groß ist die Sympathie, die beide Clubs zueinander haben. Und das soll so bleiben. HaWi